[Leseeindruck] Peter Prange - "Das Bernstein-Amulett"

Peter Prange - Das Bernstein-Amulett
Familiensaga

Verlag: Knaur-Verlag
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: Erika Lennard
ISBN: 3-426-62159-2
Seiten: 624 Seiten
Erschienen: 1. Februar 2009

Buchrückentext
„1945 – 1990: Ein Land zwischen Zusammenbruch und Wiedervereinigung. Eine Familie zwischen Ost und West. Und eine Frau zwischen zwei Männern.“

Meine Meinung
Ich habe schon einiges von Peter Prange gelesen und weiß, dass ich seine Geschichten mag – daher hat es mich auch nicht gestört, dass der Klappentext nicht viel verrät. Und jetzt nach Beenden der Lektüre denke ich, dass es gut war, nicht zu viel gewusst zu haben – denn so konnte mich die Geschichte immer wieder überraschen.

Das Buch beginnt im Jahr 1944 und endet 45 Jahre später – man begleitet in diesen Jahren die Familie Reichenbach – während des Krieges, dem Wiederaufbau, der Teilung Deutschlands und der Wiedervereinigung. Somit ist das Buch nicht nur eine Familiengeschichte, sondern bietet auch interessante Einblicke in die jüngere deutsche Geschichte. Vielleicht mag einiges im Verlauf ein wenig konstruiert wirken, insbesondere, weil immer wieder die gleichen Personen auftauchen, die den Reichenbachs das Leben schwer machen, trotzdem aber fand ich die Geschichte glaubwürdig und vor allem interessant und unterhaltsam.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet – jeder bietet verschiedenste Facetten und keiner ist einfach nur gut oder nur böse. Das macht die Figuren sehr authentisch. Auch, dass sich die Charaktere über den langen Zeitraum weiterentwickeln und keiner stehenbleibt, hat für mich zur Glaubwürdigkeit beigetragen. 

Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. Gefehlt hat mir lediglich ein wenig mehr Atmosphäre - die Stimmung war irgendwie kühl, so dass ich das Ganze mit ein wenig Distanz gelesen habe und mich nicht „mittendrin“ gefühlt habe. Auch habe ich nicht richtig mit den Charakteren gefiebert, obwohl es da wahrlich genug Potential gegeben hätte – sie sind mir nicht fremd geblieben, aber ich war einfach nicht nah genug an ihnen dran. Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, es hat interessante Einblicke in die deutsche Geschichte geliefert, insbesondere weil es aus Sicht Betroffener erzählt war. Ich gebe 4 von 5 Sternen und bin neugierig auf den gleichnamigen Film, der ja schon im Jahre 2004 erschienen ist.


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