[Rezension] Sabine Weigand - "Die Tore des Himmels"

Sabine Weigand - Die Tore des Himmels
Historischer Roman, Romanbiographie

Verlag: Krüger-Verlag
Umschlaggestaltung und -motiv: AKG, Berlin /Gutenberg-Bibel
ISBN-13: 978-3-810-52665-6
Seiten: 608 Seiten
Erschienen: 9. Oktober 2012

Buchrückentext
„Zerrissen zwischen Liebe und Glauben: die junge Landgräfin Elisabeth von Thüringen ist glücklich in ihrer Ehe. Aber die sucht nach einem Weg, gottgefällig und einfach zu leben. Immer mehr begehrt sie auf gegen die Pracht des Hofes, widmet sich der Fürsorge die die Armen. Doch sie erkennt nicht, dass ihre rigorose Glaubenssuche die Ordnung des Reiches bedroht – und damit ihr eigenes Leben…“

Meine Meinung
So langsam entwickelt sich Sabine Weigand zu einer meiner liebsten Autoren bei den historischen Romanen – wieder hat sie es geschafft, mich mit dieser Romanbiographie über Elisabeth von Thüringen in ihren Bann zu ziehen, und das, obwohl die Geschichte sehr langsam erzählt wird und erst in der zweiten Hälfte für mich richtige Spannung aufkam.

Besonders gut gefallen hat mir die Verknüpfung von Wahrheit und Fiktion – die Geschichte von Elisabeth beginnt mit ihrem Einzug an den Hof von Herrmann und Sophia und endet mit ihren Tod. Drumherum gesponnen um Elisabeths Geschichte ist aber auch die der fiktiven Figur Gisa, die sie als treue Dienerin während ihres gesamten Lebens begleitet. Toll fand ich auch die verschiedenen Erzählstränge – angefangen von dem Prolog, der von Konrad erzählt, der nachher in der Geschichte ja eine wesentliche Rolle einnimmt, dann aber gibt es auch noch den Erzählstrang um den fiktiven Armenjungen Primus, der zunächst parallel zu Elisabeths Geschichte läuft, dann aber doch mit ihrer verwoben wird. Und dann natürlich den Handlungsstrang um Gisa. Den Abschnitten ist immer vorangestellt, wo sie gerade spielen und wer berichtet – sind es Gisa oder Primus, erzählen sie das Geschehene aus ihrer Sicht in Ich-Form, es gibt aber auch Abschnitte, in denen es einen allwissenden Erzähler gibt. Mir hat beides gut gefallen, durch die Abschnitte von Gisa und Primus aber, habe ich mich sehr gut in sie hineinversetzen können und sie in ihren Gedanken und Handlungen sehr gut verstehen können. Toll fand ich auch, dass sich der Erzählstil von Gisa und Primus ändert und sich an ihrem Alter orientiert – gerade bei Primus war das sehr auffällig: Als Junge benutzt er einfach und kurze Sätze, je älter er wird und je mehr er im „Rang“ aufsteigt, desto differenzierter wird seine Sprache. Insgesamt mochte ich diese Art des Erzählens sehr gerne. 

Der Schreibstil ist zwar gut lesbar und hat mich ins Hochmittelalter versetzt, ich habe ihn aber auch als anspruchsvoll empfunden und konnte das Buch nicht „schnell mal runterlesen“. Man merkt einfach in jedem Satz, wie gut die Autorin recherchiert hat – egal ob es dabei um historische Fakten geht, um Charakterzüge von Elisabeth oder aber auch um das damalige Brauchtum und das Alltagsleben sowohl in deutschen Städten als auch während der Kreuzzüge. Ich habe nach diesem Buch wieder genauere Vorstellungen, wie das Leben damals war, wovon es geprägt war und wie schwierig es für das Gros der Menschen war.

Zwar fand ich die erste Hälfte des Buches nicht spannend durch die Handlung, weil einfach nicht so viel passierte, dennoch aber war ich gefesselt wegen der eindrücklichen Schilderungen von Elisabeth und ihrem Leben. In der zweiten Hälfte nahm dann aber auch die Geschichte selber Fahrt auf und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Mir hat diese Romanbiographie Elisabeth von Thüringen sehr nahe gebracht, eine sicherlich umstrittene historische Persönlichkeit, von der ich nicht mal sagen kann, dass sie mir sonderlich sympathisch war – ganz im Gegenteil, mit zunehmenden Alter wurde sie immer sonderlicher; trotzdem hat mich ihre Geschichte gefesselt und auch lange nach Beenden des Buches nicht losgelassen.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, man sollte aber Zeit und Muße einplanen, will man diese Geschichte lesen. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.

Mein Fazit
Eine beeindruckende und sehr gut recherchierte Romanbiographie über Elisabeth von Thüringen, die bei mir noch immer nachhallt. Zwar war die erste Hälfte des Buches nicht immer spannend durch die Handlung, dennoch aber war ich auch hier gefesselt durch die interessanten Beschreibungen und die Charakterentwicklung von Elisabeth, Erst in der zweiten Hälfte kommt dann richtig Schwung in die Geschichte und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Der Schreibstil ist zwar gut zu lesen, dennoch aber auch anspruchsvoll – man sollte sich also Zeit nehmen für die Lektüre. Mir hat diese Romanbiographie sehr gut gefallen, so dass ich gerne 4 von 5 Sternen vergebe.


Kommentare:

  1. Hallo Sabine,
    obwohl historische Romane und ich eher weniger bis gar nicht zusammenfinden, hat mich deine sehr ansprechene Rezension dazu gebracht, nach den anderen Büchern der Autorin zu schauen und mehr über diese zu erfahren. Danke dafür.
    Schade, dass du beim heutigen TTT nicht dabei bist. Ich habe schon auf einem anderen Blog gesehen, dass der Verlag nicht so viele Bücher für dich dabei hat. Aber vielleicht findest du bei mir ein Buch, das dich interessieren könnte. *neugierigmach^^
    Liebste Grüße, Hibi

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    1. Sabine Weigand schreibt wirklch tolle Romane - auch wenn ich sie schon anspruchsvoller finde als manch anderen Roman, in denen eine Frau im Mittelalter ihr Schicksal meistert ... Aber sie lassen sich gut lesen, unterhalten und sind zudem noch sehr gut recherchiert und interessant.

      LG Sabine

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