[Rezension] Kristin Hannah - "Wer zu lieben wagt"

Kristin Hannah - Wer zu lieben wagt
Roman

Verlag: Ullstein-Verlag
Umschlaggestaltung: Büro Hamburg
Titelabbildung: © Victoria Pearson /getty-images
ISBN-13: 978-3-548-26301-4
Seiten: 495 Seiten
Erschienen: 12. Januar 2006
Originaltitel: „Between Sisters“
Übersetzer: Hedda Pänke

Buchrückentext
„Meghann Dontess glaubt nicht an die Liebe. Die erfolgreiche Scheidungsanwältin hat zu viele Ehen scheitern sehen und auch ihr eigenes Herz ist einmal zu oft gebrochen worden. Mit ihrer jüngeren Schwester Claire, die auf dem Land lebt, hat sie sich vor Jahren überworfen. Als sie erfährt, dass Claire heiraten will, beschließt Meghann, sie davon abzubringen…“

Meine Meinung
Nachdem mich die Autorin mit einem anderen Buch durch überraschende Wendungen und einer Geschichte mit Tiefgang wirklich überzeugen konnte, war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Doch ich wurde leider sehr enttäuscht.

Vielleicht hätte ich schon beim Lesen des Klappentextes skeptisch sein sollen, denn der Plot erschien mir sehr konstruiert und dadurch nicht glaubwürdig. Die beiden ungleichen Schwestern Meghann und Claire verbindet eigentlich nichts mehr miteinander und der Kontakt ist fast eingeschlafen – nur können beide die Vergangenheit und das, was dort passiert ist, nicht vergessen. Als Claire dann einen Mann heiraten möchte, den sie erst wenige Wochen kennt, setzt Meghann alles daran, diese Hochzeit zu verhindern. 

Die Geschichte beginnt zwar interessant, aber bald schon war mir die Handlung einfach zu abstrus und unglaubwürdig. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir die Protagonistin Meghann einfach nicht sympathisch war und sie sehr stereotyp dargestellt wurde – als Karrierefrau, die nicht an die Liebe glaubt, der dafür aber Erfolg und Reichtum wichtig sind - und ich ihre Gedanken und Handlungen einfach nicht verstehen konnte, vielleicht lag es aber auch daran, dass dieser Frauenroman im Mittelteil mehr und mehr ins Genre Chicklit abzudriften schien, dabei die witzigen und humorvollen Szenen aber nicht natürlich, sondern sehr gekünzelt auf mich wirkten. Im letzten Drittel gibt es dann eine Wendung, die zwar berührt und die auch Tiefgang in die Geschichte bringt, weil schwierige Themen angerissen werden, die aber völlig unrealistisch ist und sich fernab jeglicher Realität bewegt. 

Meghann macht eine rasante Entwicklung durch in der Geschichte und wird von der knallharten Karrierefrau zur liebvollen Schwester – auch ein Punkt, den ich einfach nicht glauben konnte. Claire dagegen mochte ich sehr gerne – eine im Leben stehende junge Frau, die vielleicht an mancher Stelle etwas naiv erscheint, dennoch aber für die Ihren da ist und das Herz am rechten Fleck trägt. Die anderen Charaktere sind – ebenso wie Meghann – sehr stereotyp und zum Teil auch überzogen geraten, z. B. die affektierte Mutter, die nur sich selbst und ihre Schauspielerei im Kopf hat oder der sich selbst zerfleischende Bruder, der mit einer Sache, die vor Jahren geschehen ist, einfach nicht abschließen kann.

Der Schreibstil ist schlicht und lässt sich sehr leicht und schnell lesen. So sind die Seiten zwar rasch dahingeflogen, das heißt aber nicht, dass mir die Geschichte gefallen hat. Am Anfang fand ich sie ja noch ganz okay, im Mittelteil unglaubwürdig und anstrengend, über das letzte Drittel habe ich mich dagegen sehr geärgert.

Ob ich der Autorin noch mal eine Chance gebe, kann ich jetzt noch nicht sagen – dieses Buch hat mich jedoch sehr enttäuscht. Ich kann ihm leider nur 1,5/5 Sternen geben.

Mein Fazit
Mich konnte dieses Buch leider gar nicht überzeugen – die ganze Geschichte ist konstruiert und unglaubwürdig, das letzte Drittel dann wirklich fernab jeder Realität. Die Charaktere sind stereotyp, die Protagonistin mir nicht sympathisch, der Mittelteil erinnert eher an einen Chicklit-Roman als an ein Frauenbuch mit Tiefgang – und mit diesem Genre hatte ich die Autorin durch ein anderes Buch kennengelernt. „Wer zu lieben wagt“ hat mir dagegen gar nicht gefallen, so dass es von mir nur 1,5/5 Sternen gibt.



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