[Rezension] Charlotte Link - "Die Betrogene"

Charlotte Link – Die Betrogene
Kriminalroman

Verlag: Blanvalet-Verlag
Umschlaggestaltung: www.buerosued.de 
Umschlagabbildung: © Trevillion Images /Vesna Armstrong
ISBN-13: 978-3-734-10085-7
Seiten: 640 Seiten
Erschienen: 2. September 2015

Zum Inhalt 
„Um ein glückliches Leben betrogen – so fühlt sich Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Menschen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkoholkranken Ermittler vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst auf die Spur dieses mysteriösen Verbrechens. Und entlarvt die Vergangenheit ihres Vaters als Trugbild, denn er war nicht der, für den sie ihn hielt.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Als bekennender Charlotte Link-Fan habe ich mich sehr gefreut auf dieses neue Buch – und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt, es blieb spannend und fesselnd – nur das Ende hat mich dann leider nicht vollständig überzeugen können.

Es gibt mehrere Handlungsstränge mit verschiedenen Protagonisten und am Anfang weiß man natürlich nicht, wie die einzelnen Erzählstränge nun zusammenhängen. Das Buch beginnt spannend, da man Zeuge eines Mordfalls wird, im nächsten Abschnitt steht dagegen ein Familienvater im Mittelpunkt, von dem man noch nicht ahnt, wie er in die Geschichte passen soll, dann folgen Abschnitte, in denen die Polizei ermittelt und Angehörige des Ermordeten auftauchen – aber das waren längst noch nicht alle Erzählstränge, es gibt noch einige mehr, die sich dann immer abwechselten. 

Die Figuren werden nach und nach eingeführt, so dass ich trotz der Vielzahl der Charaktere nicht durcheinander gekommen bin. Zwar finde ich einige der Figuren doch recht klischeehaft, wie zum Beispiel den alkoholkranken Ermittler, die alleinerziehende Mutter, die nicht weiß, wie sie Beruf und Familie unter einen Hut bringen soll, oder aber der Muskelprotz, der von Sozialhilfe lebt und sich außer um seine Muskeln um nichts kümmert. Trotzdem aber finde ich die Charaktere gut gezeichnet und ihre Verhaltensweise auch glaubhaft und nachvollziehbar. Mir hat gut gefallen, dass jeder Ecken und Kanten hat, hier gibt es nicht einfach nur gute Menschen, sondern jeder hat eine Vergangenheit, die ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er nun mal ist. Mit einigen Figuren habe ich wirklich gefiebert, nicht nur, weil sie mir sympathisch waren, sondern weil sie einfach in schreckliche Situationen geraten sind, andere dagegen waren mir nicht so sympathisch, weil ich ihre Gedanken und Gefühle nicht teilen konnte – trotzdem habe ich auch sie gerne begleitet. 

So viele verschiedene Charaktere in der Geschichte auftauchen, so hat aber dennoch jeder seinen Sinn und nach und nach laufen die verschiedenen Handlungsstränge geschickt zusammen. Zwar weiß man als Leser, dass der zunächst Beschuldigte und Gejagte nicht der Mörder ist, trotzdem war ich gefesselt und lange auf dem Holzweg, wer denn nun die schrecklichen Morde begangen hat – denn bei einem Toten ist es in diesem Roman nicht geblieben. 

Spannend fand ich das Buch von der ersten Seite an und auch wenn die Spannung nicht das ganze Buch über konstant hoch war, war ich doch gefesselt und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Der flüssig zu lesende und sehr eingängige Schreibstil haben natürlich auch dazu beigetragen, dass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Langatmig fand ich das Buch zu keinem Zeitpunkt, auch wenn es immer wieder Beschreibungen von Szenerien, Landschaften oder auch Figuren gegeben hat – ich fand diese nie zu ausufernd, ganz im Gegenteil, sie haben bei mir Bilder vor den Augen entstehen lassen und dem Buch ein ganz eigene Atmosphäre gegeben. Das Ende konnte mich dann leider nicht so sehr überzeugen – irgendwie wirkte alles – obwohl in sich schlüssig – doch etwas konstruiert und nicht glaubhaft. Da ich mich aber trotzdem gut unterhalten fühlte und mir das Buch spannende Lesestunden geschenkt hat, gebe ich 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Wer Charlotte Link mag, dem wird auch dieses Buch gefallen: es ist spannend und fesselnd, packt den Leser durch die wechselnden Handlungsstränge, die nach und nach zusammenlaufen und überrascht mit einem unvorhersehbaren Ende – ich zumindest hatte keine Ahnung, wer denn nun eigentlich der Mörder sein könnte. Dazu kommt der eingängige und wunderbar flüssig zu lesende Schreibstil. Mir hat das Buch spannende Lesestunden geschenkt, so dass ich 4 von 5 Sternen vergebe. Einen Stern ziehe ich nur ab wegen des Endes, das mich leider nicht überzeugen konnte, da es mir zu konstruiert erschien.


Vielen Dank an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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